TÜV NORD Indonesia ist Teil einer landesweiten Überwachung von Industrieanlagen, die das Ziel hat, die Luftqualität zu verbessern

Indonesiens Wirtschaft boomt, sie ist die größte in Südostasien, das jährliche Wachstum liegt bei rund fünf Prozent. Insbesondere die lokale Industrie profitiert durch das Bemühen, die Wertschöpfung im Land zu erhöhen. Steigende Produktion in energieintensiven Branchen führt jedoch zu einer zunehmenden Luftverschmutzung. Jakarta beispielsweise ist eine der Städte mit der höchsten Luftverschmutzung weltweit. Die Feinstaubkonzentration liegt deutlich über den Grenzwerten der WHO, die Aufzeichnungen zeigen einen deutlichen langfristigen Anstieg der Ozonbelastung, während Stickstoffdioxid und Kohlendioxid auf einem konstant hohen Niveau bleiben. Als wichtige Grundlage für die Luftverbesserung werden in Indonesien kontinuierliche Emissionsmessungen (CEMS) durchgeführt, die erste gute Ergebnisse zeigen, da die Schwefeldioxidkonzentration zurückgeht, was wahrscheinlich auf die Modernisierung der Industrieanlagen zurückzuführen ist und somit indirekt den Messungen zu verdanken ist. Die Spezialisten von TÜV NORD Indonesia sind seit vielen Jahren eine anerkannte Institution auf diesem Gebiet.
Im Fokus dieser Emissionsmessungen stehen insbesondere energieintensive Branchen, die auch für einen Großteil des Schadstoffausstoßes verantwortlich sind. Dazu zählen neben anderen die Eisen- und Stahlerzeugung, die Zellstoff- und Papierindustrie, die Öl- und Gasindustrie, die Zementproduktion sowie Kohle- und Gaskraftwerke.
„Im Rahmen gesetzlicher Vorgaben wird der Schadstoffausstoß auf Einhaltung der Grenzwerte überwacht“, erklärt Byas Prisade. Er ist Environmental & Industrial Hygiene Lab Manager bei TÜV NORD Indonesia. Das Unternehmen auditiert Messstellen, ist also dafür verantwortlich, dass diese einwandfrei funktionieren und zuverlässige Messwerte liefern. „So leisten wir unseren Beitrag, um die Luftqualität im Land zu verbessern, die Umwelt zu schützen und die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen.“ Neben der Überwachung der Grenzwerte können Unternehmen mithilfe der ermittelten Daten Prozesse und Betriebsbedingungen optimieren, die wiederum positive Auswirkungen auf den Energieeinsatz und somit auch auf den Schadstoffausstoß haben.
CEMS-Messungen an Emissionsquellen liefern Daten in Echtzeit
Bei den CEMS-Messungen, die in Indonesien seit 2009 gesetzlich vorgeschrieben sind, werden viele Kennzahlen erhoben, abhängig von den Emittenten: Bei Kohlekraftwerken spielen CO2-Emissionen eine zentrale Rolle, bei Zementwerken steht beispielsweise die Messung von Schwefeldioxid, Stickoxiden, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid im Fokus. Voraussetzung für präzise Messungen ist die feste Installation von Messgeräten, deren Sensoren an relevanten Emissionsquellen wie Abgasrohren angebracht sind und kontinuierlich Daten liefern. Alle Geräte erfassen permanent die Emissionen, um Echtzeitdaten zu liefern. Sie werden analysiert, gespeichert und an die zuständigen Behörden weitergeleitet. Messreinrichtungen werden von TÜV NORD Indonesia überwacht und kalibriert.
Zwar heißt ein Überwachen der Emissionen zunächst nur Messung und Dokumentation und nicht automatisch ihre Reduktion; jedoch hat die Messung durchaus indirekte Effekte. „Die Betreiber sehen in Echtzeit, ob ihre Anlagen Grenzwerte überschreiten“, erklärt Byas Prisade. Um Sanktionen bei länger andauernden Überschreitungen der Grenzwerte zu vermeiden, haben Unternehmen also einen großen Anreiz, Prozesse zu optimieren und in der Folge Emissionen zu vermindern. Das scheint auch so zu sein, denn Daten zeigen, dass die Konzentration von Schwefeldioxid zurückgeht. Prisade: „Messungen schaffen Kontrolle und Druck zur Emissionsminderung.“ Damit diese Messungen aber valide Daten liefern, müssen die Messstellen regelmäßig geprüft werden; abhängig von der Art der Messgeräte sind Audits durch unabhängige Prüforganisationen mindestens jährlich erforderlich. Die Auditberichte müssen den zuständigen Behörden zur Verfügung gestellt werden. So erhalten diese ein vollständiges Bild darüber, ob und wie sich der Schadstoffausstoß verändert und wie gut sie kalibriert sind.
Auch Qualität der Umgebungsluft wird gemessen
Ein weiterer Baustein zur Verbesserung der Luftreinheit ist das Air Quality Monitoring System (AQMS), bei dem Schadstoffkonzentrationen in der Umgebungsluft gemessen werden. Zu den Schadstoffen zählen Feinstaub, Ozon, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid, um nur einige zu nennen. Im Gegensatz zu den CEMS-Messstellen sind AQMS-Messstellen überall im Land verteilt, um so ein umfassendes Bild der Luftqualität zu erhalten. Auch bei diesen Messgeräten führen die Spezialisten technische Audits durch, um ihre Funktionsfähigkeit und Genauigkeit zu prüfen.
Zwar hat sich die Luftqualität durch die verpflichtende kontinuierliche Emissionsüberwachung in Indonesien im Lauf der Jahre nicht nennenswert verbessert; allerdings muss man berücksichtigen, dass sehr viele Industriebetriebe entstanden sind. So gesehen ist trotz der neuen Emittenten der Schadstoffausstoß im Wesentlichen konstant geblieben, was ja auch schon eine Verbesserung ist. „Wenn wir uns jedoch die Zahlen ansehen, ist uns bewusst, dass im Bereich der Luftreinhaltung noch viel zu tun ist. Wir bei TÜV NORD Indonesia wollen unseren Beitrag dazu leisten“, sagt Byas Prisade, der in diesem Geschäftsbereich gute Entwicklungsmöglichkeiten sieht, vielleicht sogar in Nachbarländern wie Thailand, Vietnam und den Philippinen. Dort gibt es zwar Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität, aber keine obligatorische Überwachung. „Im Interesse des Umweltschutzes sind wir sehr daran interessiert, unser Fachwissen überall einzubringen.“
Das im Jahr 2002 gegründete Unternehmen TÜV NORD Indonesia mit Sitz in Jakarta führt diese Kalibrierdienstleistungen aus dem eigenen nach ISO 17025 akkreditierten Labor für Chemical und Consumer Safety durch. Angesiedelt sind hier auch Prüfungen von Lebensmitteln und Pharmazeutika, Kosmetika und Textilien. Für Reifen, Düngemittel und Keramik werden Konformitätsprüfungen nach indonesischen Standards vorgenommen. Darüber hinaus werden Dienstleistungen für Medizinprodukte und eben seit vielen Jahren Umweltprüfungen angeboten. TÜV NORD Indonesia betreut derzeit mehr als 100 CEMS-Messstellen.

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