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In Themen- und Vergnügungsparks können Besucher Nervenkitzel erleben, sich in magische Welten entführen und den Alltag hinter sich lassen.

Für die Sicherheit sorgt TÜV NORD, in Deutschland, den Niederlanden und in vielen weiteren Ländern.

Röntgenbilder helfen beim sicheren Betrieb der Sicherheitsbügel.

Vergnügungsparks sind weltweit beliebte Ausflugsziele. Gerade Familien mit Kindern wissen die vielen Attraktionen für Groß und Klein zu schätzen. Doch wenn Achterbahn, Karussell und Co. Spaß machen sollen, müssen sie sicher sein. Da das Motto »höher, schneller, weiter« auch vor Vergnügungsparks nicht Halt macht, ist es unerlässlich, dass die Betreiber der Parks ihre Fahrgeschäfte regelmäßig warten, die Risiken kennen und zuverlässig beheben. Denn ein Unfall kann sie empfindlich treffen, ihren Ruf auf Jahre zerstören und sie ihrer Existenzgrundlage berauben – ganz zu schweigen von den Folgen für die Opfer. Die EU verpflichtet alle Betreiber zu regelmäßigen Sicherheitsprüfungen, lässt die Zeiträume, innerhalb derer sie durchgeführt werden müssen, jedoch offen.

Wartung allein reicht nicht aus

»Generell kann man davon ausgehen, dass die Parks ihre Fahrgeschäfte jährlich kontrollieren und regelmäßig warten«, sagt Kees Bakker, der als Senior Inspection Engineer bei TÜV Nederland Risikoanalysen in 45 Vergnügungsparks und zehn Wasserparks vornimmt: in den Niederlanden, Deutschland und weiteren Ländern in Europa, Asien und Amerika. Die operative Risikoanalyse, die zum ersten Mal bei der Inbetriebnahme des Fahrgeschäfts stattfindet und dann regelmäßig aktualisiert wird, geht über die reine Prüfung und Wartung der Geräte hinaus: »Die Risiken der Fahrgeschäfte zu kennen, ist der erste Schritt zu einer effektiven Wartungsarbeit. Wir werfen dazu einen umfassenden Blick auf das jeweilige Fahrgeschäft und können dann zusammen mit Technikern und Betreibern Schwachstellen aufdecken, die bei der normalen Wartung möglicherweise untergehen würden«, sagt Bakker. Neben dieser operativen Risikoanalyse gibt es eine weitere, so Bakker: »Die Design-Risikoanalyse findet während der Konstruktion des Fahrgeschäfts statt – wir prüfen und genehmigen sie.«

Sicherheit in Toverland

Seit 2005 ist TÜV Nederland auch im Vergnügungspark Toverland nahe Venlo erster Ansprechpartner für die Risikobeurteilung. Eine der Hauptattraktionen des Parks ist seit 2007 die Holzachterbahn »Troy« (Troja). Mit einer Höhe von 33,5 Metern und einer Streckenlänge von 1.040 Metern ist sie die größte ihrer Art in Benelux. In der Konstruktion sind 2.500 Kubikmeter Holz, 90.000 Bolzenverbindungen und ein kompletter Seecontainer Nägel verbaut. Zwei jeweils acht Tonnenschwere Züge mit je zwölf Wagen fahren mit hoher Geschwindigkeit durch die vielen Kurven – bei ständiger Neigung der Strecke. »Bei einem derart komplexen Fahrgeschäft hat die kontinuierliche Überprüfung der Sicherheit höchste Priorität«, sagt Ruud Veugelers, Leiter des Technischen Diensts in Toverland.

Passgenaue Software

Die Risikoanalyse wird seit dem vergangenen Jahr durch eine neue Software deutlich erleichtert. Entwickelt hat sie Michel Harinck. Der Ingenieur hat bei TÜV Nederland als Werkstudent gearbeitet und die durch Software unterstützte Risikoanalyse zu seinem Abschlussthema gemacht. »Zuvor wurde ein System aus der Offshore-Industrie genutzt, das auch auf Fahrgeschäfte anwendbar war, und ein Dokumentationstool, das über weit mehr Funktionen verfügte, als wir benötigten. Zur einfacheren Durchführung brauchte es eine passgenaue Software.« Für die Entwicklung der auf Freizeitparks zugeschnittenen Anwendung prüfte er verschiedene Risikoidentifikations- und -bewertungsmethoden, von denen einige Merkmale in die neue Software einflossen. »Im dazugehörigen Handbuch erklären wir, wie Risiken bei Fahrgeschäften in 13 Schritten identifiziert, bewertet und beurteilt werden können. Damit haben wir eine klare Struktur für alle Fahrgeschäfte – und ein gut verständliches, leicht zu bedienendes System geschaffen«, so Harinck. Das freut die Toverland-Betreiber – und die Besucher, die sich nun selbst beim größten Nervenkitzel ganz sicher fühlen können.

So funktioniert die Softwareunterstützte Risikoanalyse

Die Software von TÜV Nederland ermöglicht eine mehrdimensionale Analyse aller Komponenten eines Fahrgeschäfts. Dazu bestimmt der prüfende Ingenieur für jedes einzelne Geschäft die einzelnen Risikobereiche. Das können bei einer Achterbahn etwa die Wagen selbst, Bremsabschnitte, Evakuierungsplattformen oder Rückhaltesysteme sein. Im zweiten Schritt bestimmt der Ingenieur für jedes Teilsystem alle möglichen Risiken für jede Lebenszyklusphase des Fahrgeschäfts. In enger Zusammenarbeit mit den Technikern und Betreibern des Parks werden dann die möglichen Risiken festgestellt – etwa ein loser Bügel, eine nicht funktionierende Bremse oder Fehler, die von Menschen verursacht werden. Anhand der Frage »Was wäre, wenn?« werden im nächsten Schritt die konkreten Gefahren erarbeitet. Die Evaluation schließlich setzt die Schwere des möglichen Unfalls und die Wahrscheinlichkeit ins Verhältnis. Mithilfe einer Risikomatrix können alle erkannten Risiken in einem übersichtlichen dreidimensionalen Säulendiagramm dargestellt werden. So können Prüfer und Techniker sofort erkennen, wo Risiken bestehen und wie dringend deren Bearbeitung ist.

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