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9. Mai 2019 | Unternehmen

Hamburg: Am 15. Juni 1869 gründeten Dampfkesselbesitzer und Reeder in der Hamburger Innenstadt (Neß 10) den „Norddeutschen Verein zur Ueberwachung von Dampfkesseln in Hamburg“. 150 Jahre später hat sich die TÜV NORD GROUP vom Dampfkessel-Überwachungsverein zum weltweit anerkannten Technologie-Dienstleister entwickelt.

„Was die ersten Ingenieure damals angetrieben hat, gilt für uns bis heute: Wir leben Sicherheit“, sagte Dirk Stenkamp, Vorsitzender des Vorstands der TÜV NORD GROUP bei einem Pressegespräch zum Firmenjubiläum in Hamburg, „In der digitalen Welt mit autonomen Robotern und selbstfahrenden Autos sind Vertrauen und Sicherheit durch neutrale Prüfer noch unverzichtbarer als in den vergangenen 150 Jahren.“

Am Hamburger Standort Große Bahnstraße im Stadtteil Stellingen wurde rechtzeitig zum 150. Geburtstag der sechsstöckige Neubau mit modernen Laboren, neuem Betriebsrestaurant und Büros eingeweiht: „Diese Investition in Höhe von 15 Millionen Euro ist ein starkes Bekenntnis zum Standort. Mit der Verlagerung des Fernbahnhofs nach Diebsteich rückt unser Konzern noch stärker ins Zentrum der Stadt. Daher setzen wir auch auf eine zügige Fertigstellung des Großprojekts“, betonte Stenkamp.

Aktuell arbeiten in Hamburg 1.037 Mitarbeitende, mit kontinuierlicher Tendenz nach oben. Der Schwerpunkt liegt im Bereichen Industrie Service (Erneuerbare Energien, Kerntechnik, Bahntechnik, Umweltschutz), TÜV NORD Akademie und TÜV-STATION für Fahrzeugprüfungen.

2017 eröffnete der erste Innovation Space des Konzerns. Kreative Köpfe entwickeln dort gemeinsam mit Fachexperten digitale Lösungen für Kundenanforderungen. Ein Beispiel dafür ist das Digital Monitoring System (DMS). Digital vernetzte Sensoren zeigen in Echtzeit an, wie hoch die mechanische Belastung stark beanspruchter Anlagen, wie zum Beispiel Kränen, ist. Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt an einem Containerterminal im Hamburger Hafen konnte jetzt die Meyer-Werft in Papenburg als Kunde gewonnen werden. Dort wird die Technologie bei der Überwachung eines Kranbalkens eingesetzt. „Mit diesem System erkennen wir Materialermüdungen, bevor sie zu Schäden führen. Risiken zu minimieren heißt für uns, immer einen Schritt voraus zu sein und die Zukunft bereits heute sicher zu machen“, erklärte Stenkamp.

Eine weitere Innovation: Mit dem Live-Expert-Video-Streaming wird der Einsatz von TÜV NORD-Kompetenzen über Tausende von Kilometern hinweg möglich. Es wird bereits flächendeckend eingesetzt, um gerichtsfeste Schaden-Wertgutachten für Pkw zu erstellen, bei denen ein Gutachter nicht mehr zwingend physisch vor Ort sein muss. In einer Weiterentwicklung kommt das Live-Expert-System jetzt in der Industrie zum Einsatz. Stenkamp: „Wir entwickeln Innovationen gemeinsam mit unseren Kunden aus uns selbst heraus und befähigen unsere Mitarbeitenden für die Digitalisierung ihrer Tätigkeiten. Das Wissen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist unser Motor zum Erfolg, seit 150 Jahren und auch im digitalen Zeitalter.“

Astrid Petersen, Leiterin der Industriesparte, sagte, in der Hansestadt mache sich TÜV NORD insbesondere für die Stärkung der erneuerbaren Energien, die Sicherheit technischer Anlagen, vom Aufzug bis zum Kraftwerk, und die zuverlässige Überwachung von Schadstoffemissionen stark. Dazu trage auch das neu konzipierte Umweltlabor bei. Petersen zog ein positives Fazit: „Unsere Messungen zeigen, dass die Emissionen von Industrieanlagen, zum Beispiel Stickstoffoxide, Kohlenmonoxid und Formaldehyd, in Norddeutschland kontinuierlich zurückgehen.“

Die Unternehmensgeschichte mit immer neuen technischen Aufgaben und Sicherheitsanforderungen zeigt auch das Buch „150 Jahre TÜV NORD – Vom Dampfkessel zur digitalen Welt“; Autoren: Tim Sander, Marcel vom Lehn, Stephan Paetrow; Verlag Hoffmann und Campe. Es ist ab dem 10. Mai 2019 im Buchhandel erhältlich.

 

Kurzer geschichtlicher Abriss von TÜV NORD in Hamburg:

  • 1869 wird der Norddeutsche Verein zur Ueberwachung von Dampfkesseln in Hamburg in der Neß 10 gegründet
  • am 1. Oktober 1903 verlegte der Norddeutsche DÜV seinen Hauptsitz in die preußische Stadt Altona 
  • 1938 entstand aus dem Norddeutschen DÜV der TÜV Hamburg 
  • 1963 Umfirmierung von TÜV Hamburg in TÜV Norddeutschland 
  • 1968 wurde das heutige TÜV NORD-Hauptgebäude an der Großen Bahnstr. 31 in Hamburg-Stellingen bezogen, erstmals verfügte es über eine eigene Kfz-Prüfhalle 
  • 1993 fusioniert der TÜV Norddeutschland und TÜV Nord (Mecklenburg-Vorpommern). TÜV Nord wird der gemeinsame Unternehmensname 
  • 1997 Gründung der TÜV NORD GRUPPE durch Zusammenschluss mit TÜV Hannover/Sachsen-Anhalt 
  • 2004: Fusion TÜV NORD und Essener RWTÜV 
  • 2017 Gründung Innovation Space 
  • 2018/9 Fertigstellung sechsstöckiger Neubau mit neuem Betriebsrestaurant, Büros und Laboren 

Bilder aus der Historie und zu den aktuellen Arbeitsfeldern: https://www.tuev-nord-group.com/de/newsroom/bilddatenbank/ 

Über die TÜV NORD GROUP

Vor 150 Jahren gegründet, stehen wir weltweit für Sicherheit und Vertrauen. Als Wissensunternehmen haben wir die digitale Zukunft fest im Blick. Ob Ingenieurinnen, IT-Security-Experten oder Fachleute für die Mobilität der Zukunft: Wir sorgen in mehr als 70 Ländern dafür, dass unsere Kunden in der vernetzten Welt noch erfolgreicher werden.

Annika Burchard

Themen:
Industrie, Energie, TÜV NORD Akademie

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