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24.06.2016 | Gebäude

Hannover: Sturm, Starkregen und Gewitter haben in den vergangenen Wochen in Deutschland verheerende Sachschäden verursacht. Allein das Sturmtief „Elvira“ Ende Mai hat nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einen geschätzten Schaden von rund 450 Millionen Euro angerichtet. Neben starken Niederschlägen und Überschwemmungen waren zahlreiche Immobilien von Blitzeinschlägen und Überspannungsschäden betroffen – dabei kann ein guter und umfassender Blitzschutz helfen, das eigene Haus und die Wohnung zu schützen.

Laut Gesetz besteht für private Haushalte kein verpflichtender Blitzschutz. Dennoch ist es ratsam, präventive Maßnahmen zu ergreifen, insbesondere, da viele Versicherer beim Abschluss einer Wohngebäudeversicherung mittlerweile die Installation eines Blitzschutzsystems verlangen. Die Experten von TÜV NORD empfehlen daher eine Kombination aus äußerem und innerem Blitzschutz, um die höchstmögliche Sicherheit für Mensch und Immobilie zu erreichen.

Der äußere Blitzschutz Der äußere Blitzschutz schützt vor Bränden. Sogenannte Fanganlagen am Dach fangen den Blitz ein, leiten ihn in die Erde und verteilen ihn dort großflächig, so dass er am Haus keinen Schaden anrichten kann. Besonders wichtig ist dies für Gebäude, die aufgrund ihrer Höhe oder ihrer erhöhten Lage aus der breiten Masse herausragen oder ein Dach aus einem leicht entflammbaren Material besitzen. Ein rein äußerer Blitzschutz ist laut Meinung der Blitzschutzexperten jedoch nicht ausreichend und sollte durch einen inneren Blitz- und Überspannungsschutz ergänzt werden.

Der innere Blitz- und Überspannungsschutz

Dieser ist in den vergangenen Jahren immer stärker in den Fokus gerückt – nicht zuletzt wegen der Vielzahl elektrischer Geräte in den einzelnen Haushalten, die gesichert werden müssen. Sogenannte Überspannungsmaßnahmen helfen, die eigenen vier Wände, aber auch deren Umgebung vor der gefährlichen Überspannung der Blitze zu schützen. „Die meisten Menschen wissen nicht, dass sich Blitze in einem Radius von über einem Kilometer ausbreiten und auch dort noch Schäden anrichten können“, warnen die Experten.

TÜV NORD rät privaten Haushalten zu einem dreistufigen inneren Blitz- und Überspannungsschutz. Dieser besteht aus folgenden Komponenten:

 

  • Grobschutz: Ein sogenannter Blitzstromableiter ist die leistungsstärkste Schutzstufe für die Stromversorgung. Das in etwa handgroße Gerät leitet die erste Energie des Einschlags ab und minimiert die überbleibende Spannung. Je nach System der Stromversorgung wird ein passender Blitzstromableiter in einem separaten Gehäuse direkt vor dem Stromzähler eingebaut.
  • Mittelspannungsschutz: Überspannungsableiter bilden die zweite Schutzstufe und sorgen dafür, die verbleibende Überspannung, die noch immer relativ hoch ist, weiter zu reduzieren. Je nach Situation vor Ort sind Überspannungsableiter in unterschiedlichen Bauformen und Größen erhältlich.
  • Feinschutz: Geräte, wie zum Beispiel Fernseher, Computer, WLAN-Router und Telefone werden mit zusätzlichen Überspannungsableitern – wie beim Mittelspannungsschutz – ausgestattet, jedoch werden diese direkt am Gerät befestigt. Wichtig ist, dass jedes Gerät angesichts unterschiedlicher technischer Erfordernisse den passenden Schutz erhält. Fachhändler bieten hierzu individuelle Beratungen an.

Diese drei Komponenten sind zur sicheren Funktion zwingend aufeinander abzustimmen. Die Installation findet in der Regel durch den Elektroinstallateur statt.

Wer den Blitzschutz bereits beim Neubau eines Einfamilienhauses berücksichtigt, muss mit Kosten im mittleren vierstelligen Bereich rechnen, das Nachrüsten kann noch teurer werden. Die exakte Summe richtet sich nach der Größe der Immobilie. Generell sollte bei allen Fragen rund um den Blitzschutz immer der Rat vom Elektrofachhandel und zertifizierten Blitzschutzfachfirmen eingeholt werden.

Über die TÜV NORD GROUP

Die TÜV NORD GROUP ist mit über 10.000 Mitarbeitern einer der größten technischen Dienstleister. Mit ihrer Beratungs-, Service- und Prüfkompetenz ist sie weltweit in 70 Ländern aktiv. Zu den Geschäftsbereichen gehören Industrie Service, Mobilität, IT und Bildung. Mit Dienstleistungen in den Bereichen Rohstoffe und Aerospace hat der Konzern ein Alleinstellungsmerkmal in der gesamten Branche. Leitmotiv: „Excellence for your business.“

Annika Burchard

Themen:
Industrie, Energie, TÜV NORD Akademie

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