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Erste regionale Schnellzüge in Indien haben das Okay von TÜV India

14. September 2022 | Industrie Service: Die Züge rollen auf der komplett neuen 80 Kilometer langen Strecke von Delhi nach Meerut.

Chennai/Indien: Im nächsten Jahr werden erstmals regionale Schnellzüge in Indien fahren, sie können bis zu 180 km/h schnell sein. Die Züge rollen auf der komplett neuen 80 Kilometer langen Strecke von Delhi nach Meerut nordöstlich der Hauptstadt. Daran wird TÜV India einen großen Anteil haben. Insgesamt werden 30 Schnell- (RRTS) und 10 Nahverkehrszüge (MRTS) auf die Schienen gebracht.

Die ersten dieser Züge wurden nun übergeben, nachdem sie ein Team von Bahnspezialisten von TÜV India akribisch geprüft hatte. Deutsche Bahn International Operations übernimmt Betrieb und Instandhaltung für dieses erste regionale Schnellbahnsystem (Regional Rapid Transit System) in Indien.

Für das Team um Projektmanager Jayesh Patel von TÜV India sind die Arbeiten besonders motivierend: Die Bahnspezialisten hatten sich schon oft mit funktionaler Sicherheit in Bahnfahrzeugen beschäftigt: „Technisch gesehen ist das die gleiche Aufgabe“, sagt Jayesh Patel, „doch hier geht es um ein Bahn-Prestigeprojekt in Indien.“ Es ist das erste Mal überhaupt, dass die Bahnexperten von TÜV India eine unabhängige Sicherheitsbewertung (Independent Safety Assessment, ISA) für derartige regionale Schnellzüge durchgeführt hatten, was allein aus diesem Grund eine Herausforderung war. Für die Tätigkeiten hat das Team, das für die unabhängigen Sicherheitsprüfungen verantwortlich ist, eine Akkreditierung nach ISO 17065 erhalten. Diese Norm regelt die Anforderungen an prüfende Stellen, die beispielsweise Produkte zertifizieren.

Im Mittelpunkt des ISA im Betriebshof Duhai nordöstlich der Hauptstadt steht die funktionale Sicherheit der Züge. „Kein elektronisches System darf während des Betriebs ein anderes stören; das zu klären ist Hauptaufgabe unserer Prüfungen“, erklärt Patel die Aufgabe. So befasst sich das Team neben anderen Bereichen mit der Zugsteuerung (TCMS), Notbremsen, Hardware, Software und der Steuerung der Türen, den Brandschutz sowie der Nahtstelle zwischen Signalgebung und Fahrzeug. 

Die ersten Zugeinheiten wurden nun der National Capital Region Transport Corporation (NCRTC) übergeben. Das Gemeinschaftsunternehmen von der Indischen Regierung und einiger an die Hauptstadt angrenzender Bundesstaaten ist mit der Umsetzung des regionalen Schnellbahnsystems in der gesamten Hauptstadtregion beauftragt. Eine ausgewogene und nachhaltige Stadtentwicklung durch bessere Verkehrsanbindung ist das Ziel der NCRTC.

Die 30 RRTS bestehen aus jeweils sechs, die 10 MRTS aus je drei Wagen. Sie sind nicht nur für indische Standards sehr modern: Es gibt Steckdosen für mobile Endgeräte, eine automatische Steuerung der Umgebungsbeleuchtung, großzügig dimensionierte Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen sowie eine Kameraüberwachung im Zug. Und natürlich gepolsterte Sitze, genug Stehplätze, Gepäckablagen.

Projektmanager Jayesh Patel freut sich schon auf seine erste Fahrt mit dem neuen Schnellzug, dazu wird er aus Chennai im Südosten des Landes ins 2.000 Kilometer entfernte Delhi reisen. „Es macht mich stolz, an diesem Prestigeprojekt mitzuwirken.“

 

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Annika Burchard

Themen:
Industrie, Energie, Bildung