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Bildung | 5. Dezember 2016

Bochum: Für die meisten der ehemaligen Opelaner endet die Transferzeit am 31. Dezember 2016. Die Vermittlungsquoten der Teilnehmer hängen stark vom Alter ab: Je jünger die Teilnehmer, desto mehr konnten vermittelt werden, aber auch Mitarbeiter über 50 Jahre fanden eine neue berufliche Perspektive. Eine endgültige Bilanz kann allerdings erst nach Ablauf der letzten Transfergruppe im Juli 2017 gezogen werden.

Bis zu zwei Jahre hatten die ehemaligen Opel-Beschäftigten in der Transfergesellschaft Zeit, sich eine neue berufliche Perspektive zu erarbeiten. Sie waren finanziell gut ausgestattet, nahmen alle 14 Tage an Beratungsgesprächen teil, besuchten Workshops, Job-Messen und Job-Speed-Datings. Mehr als 90 Prozent von ihnen absolvierten Qualifizierungen. Für jeden Transfermitarbeiter hat das Team der Stellenakquise von TÜV NORD Transfer mindestens einen seiner Ausbildung und Tätigkeit entsprechenden Arbeitsplatz akquiriert (3.350 Stellen), zusätzlich zu den mehr als drei Millionen Jobangeboten in der Online-Datenbank „Jobnetzwerk“. Trotzdem fiel es vielen ehemaligen Opelanern schwer, sich für einen beruflichen Neuanfang zu entscheiden.

„Die Transfermitarbeiter haben alle Möglichkeiten der langen Transferzeit genutzt, um durch Beratung, Coaching und Qualifizierung ihre Chancen auf eine neue nachhaltige berufliche Perspektive zu erhöhen. Dennoch haben viele gezögert, den Entschluss zum Austritt aus der Transfergesellschaft zu fassen. Das liegt zum Beispiel auch daran, dass das zukünftige Einkommen auf dem Arbeitsmarkt für den Großteil der Transfermitarbeiter unter dem liegt, was sie zur Zeit von der Transfergesellschaft bekommen“, erklärt Hermann Oecking, Geschäftsführer von TÜV NORD Transfer.

2.615 ehemalige Opelaner sind im Laufe des Jahres 2015 in die Transfergesellschaft eingetreten. Davon endete für circa 750 Mitarbeiter der rentennahen Jahrgänge die Transfergesellschaft bereits Ende 2015, mehr als 150 Mitarbeiter haben noch eine Transferlaufzeit bis Ende Juni 2017.

Für etwa 900 Mitarbeiter steht der berufliche Neuanfang bereits fest: Bisher haben etwa 750 Mitarbeiter eine neue Beschäftigung aufgenommen, weitere 150 Mitarbeiter haben für 2017 ihre Arbeitsverträge unterschrieben. Mehr als 300 Mitarbeiter sind gesundheitlich eingeschränkt, was das Vermitteln in neue Arbeit enorm erschwert. Viele ehemalige Opelaner sind aber noch mitten im Bewerbungsprozess oder starten in 2017 mit einer selbständigen Tätigkeit. Festzustellen ist: Je jünger die Bewerber sind, desto mehr sind vermittelt worden. Je näher aber die Bewerber an den rentennahen Jahrgängen liegen, desto niedriger werden die Vermittlungszahlen. Von den 2.615 Transfermitarbeitern sind fast 1.800 über 50 Jahre alt.

Die Teilnehmer sind mit der Betreuung der Transfergesellschaft sehr zufrieden. Die durch eine regelmäßige schriftliche Befragung ermittelte Note für die Zufriedenheit der Teilnehmer liegt bei 1,8. In den vergangenen Monaten hat das Team von TÜV NORD Transfer mehr als 3.000 Bewerbungen begleitet und an über 900 Unternehmen weitergegeben, vier große Job-Messen, 316 Workshops und 44 hausinterne Unternehmenspräsentationen veranstaltet. Im Vergleich zu anderen Transfergesellschaften wurden zudem zwei Job-Speed-Datings angeboten, bei dem sich personalsuchende Unternehmen und Transfermitarbeiter in zehnminütigen Kurzinterviews kennenlernen konnten.

„In der derzeit guten Arbeitsmarktsituation wird der Großteil der interessierten Transfermitarbeiter mit ihren neuen Qualifikationen eine Anstellung finden. Auch die Mitarbeiter selbst haben das Gefühl, dass sie gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet worden sind. Viele wollen sich aber erst ab Januar 2017 aktiv bewerben, um die zu erwartenden Einbußen beim Einkommen so weit wie möglich hinauszuzögern. Sie haben natürlich auch weiterhin Zugriff auf unsere Online-Datenbank Jobnetzwerk“, sagt Hermann Oecking. „Unsere Nachbetreuung läuft noch bis Mitte kommenden Jahres, so dass, wie sonst auch üblich, erst im Juli 2017 eine endgültige Bilanz über die Arbeit der Transfergesellschaft gezogen werden kann“, fügt er hinzu.

Über die TÜV NORD Transfer

TÜV NORD Transfer unterstützt als Träger von Transfergesellschaften von Arbeitsplatzverlust betroffene Mitarbeiter bei der Entwicklung neuer beruflicher Perspektiven. Ziel ist es, sie zeitnah und nachhaltig von Arbeit in Arbeit zu vermitteln. Das Unternehmen ist nach DIN EN ISO 9001:2008 und AZAV zertifiziert und eine Tochtergesellschaft von TÜV NORD Bildung.

www.tuev-nord-transfer.de

Irena Tsagurnis

Themen:
TÜV NORD Bildung

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