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Schäden durch mangelhafte Elektrogeräte – worauf Verbraucher beim Kauf achten sollten

29. April 2019 | Zertifizierung

Hamburg: Jedes Jahr gelangen Millionen von Elektrogeräten, vorwiegend aus China, auf den deutschen Markt. Im vergangenen Jahr zog die Bundesnetzagentur mehr als zehn Millionen Geräte aus dem Verkehr. TÜV NORD erklärt, welche Gefahren von mangelhaften elektronischen Produkten ausgehen, warum smarte Geräte besonders riskant sein können und gibt Hinweise, wie sich Verbraucher am besten schützen.

Ob Bluetooth-Lautsprecher, drahtlose Kopfhörer und Smartwatches – viele von der Bundesnetzagentur als gefährlich eingestufte Elektrogeräte weisen erhebliche Mängel auf. Zu den Haupt-Sicherheitsmängeln gehören unzureichende Materialien, mangelnde Kennzeichnung, zu hohe Sendeleistungen oder eine elektromagnetische Unverträglichkeit. Die Folgen: Stromschläge, ein Komplettausfall eines Systems oder die Störung von Polizei- und Rettungsfunk durch unzulässige Frequenznutzung. Zudem kann es im Falle einer elektromagnetischen Unverträglichkeit zu Signalstörungen kommen, sodass die Akkuleuchte zum Beispiel grün statt rot leuchtet und so falsche Informationen oder Intentionen an den Nutzer übermittelt. „Mangelhafte Geräte können oft schwerwiegende Schäden anrichten und so hohe Kosten für Unternehmen und Privatpersonen verursachen“, erklärt Ulf Theike, Geschäftsführer von TÜV NORD Systems.

Zusatzgefahr bei internetfähigen Geräten

Aufpassen sollten Verbraucher auch bei Geräten, insbesondere Spielzeugen, die sich mit dem Internet verbinden können. Die Spielzeugrichtlinie zum Beispiel regelt nur mechanische, elektrische und chemische Eigenschaften der Waren, nicht aber Vorgaben für deren Internetfähigkeit. „Nutzer müssen sich fragen, welche Daten das Gerät sammelt und auch wo diese gespeichert werden“, erklärt Theike. So können smarte Spielsachen zwar sehr unterhaltsam sein, aber Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, dass das Gerät eventuell Daten sammelt, diese auf nicht geschützten oder weltweit verstreuten Servern speichert oder im schlimmsten Fall sogar Fremde auf das Gerät zugreifen können. Theike: „Bei smarten Geräten gibt es einen enormen Nachholbedarf, damit ein umfassender Verbraucherschutz schnell wieder gewährleistet wird.“

TÜV NORD-Tipps zum Kauf von Elektrogeräten:

Bedienungsanleitung checken
Kunden haben dank des Produkthaftungs- und Produktsicherheitsgesetzes ein Recht auf eine deutsche und auch verständliche Betriebsanleitung. Wenn diese fehlt oder mangelhaft übersetzt ist, sollten Kunden den Mangel per Einschreiben reklamieren oder das Gerät direkt zurücksenden.

Kennzeichnungen prüfen
Das CE-Kennzeichen bestätigt, dass Hersteller ihr vertriebenes Produkt nach geltenden europäischen Richtlinien hinsichtlich grundlegender Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen selber geprüft haben – nicht aber durch eine unabhängige Prüfstelle. Außerdem besteht die Verwechslungsgefahr mit dem sogenannten „China Export“-Zeichen, das sich lediglich durch den verkürzten Abstand zwischen beiden Buchstaben und der Länge des Mittelstrichs im E von der CE- Kennzeichnung unterscheidet. Für einen besseren Schutz sollten Nutzer noch auf zusätzliche Zertifizierungen wie beispielsweise das Siegel „Geprüfte Sicherheit“ (GS-Zeichen) achten.

Auf No-Name-Hersteller verzichten
Auch wenn Billiganbieter aus Fernost mit günstigen Preisen locken, ist es besser, bekannten Herstellern zu vertrauen. Namhafte Unternehmen verwenden in der Regel hochwertigere Materialien und stehen für Qualität. Zudem findet man in jedem Fall Kontaktdaten des Herstellers, was bei No-Name-Produkten nicht immer gegeben ist.

IT-Sicherheit beachten
Bei vernetzten Geräten sollten sich Kunden vorab informieren, was mit den Daten passiert, die das Gerät eventuell sammelt, wo diese gespeichert werden und wer möglicherweise darauf zugreifen kann. Außerdem gilt es, Altersfreigaben zu berücksichtigen und das Gerät auszuschalten, beziehungsweise die Verbindung zum Internet zu trennen, wenn man es längere Zeit nicht benutzt oder die Verbindung nicht notwendig ist.

Über die TÜV NORD GROUP

Vor 150 Jahren gegründet, stehen wir weltweit für Sicherheit und Vertrauen. Als Wissensunternehmen haben wir die digitale Zukunft fest im Blick. Ob Ingenieurinnen, IT-Security-Experten oder Fachleute für die Mobilität der Zukunft: Wir sorgen in mehr als 70 Ländern dafür, dass unsere Kunden in der vernetzten Welt noch erfolgreicher werden.

Annika Burchard

Themen:
Industrie, Energie, TÜV NORD Akademie

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