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23. September 2016 | Bildung

Bochum: In den vergangenen Tagen wurde die Arbeit der Transfergesellschaft für ehemalige Opel-Beschäftigte in den Medien scharf kritisiert. TÜV NORD Transfer weist die Kritik zurück.

Im Gegensatz zu den meisten Transfergesellschaften ist die Transfergesellschaft für ehemalige Opel-Mitarbeiter nicht auf die üblichen 12 Monate, sondern auf 24 Monate angelegt worden. Die Sozialpartner Opel und IG Metall haben damit bei der Verhandlung der entsprechenden Rahmenbedingungen bewusst nicht auf eine schnelle Vermittlung innerhalb eines Jahres gesetzt, sondern sich für eine zweijährige Transfergesellschaft mit dem Fokus auf Beratung, Aktivierung und Weiterbildung der Mitarbeiter entschieden. Die Agentur für Arbeit hat dieser Vereinbarung als zuständige Institution zugestimmt.

„Die zusätzliche hohe finanzielle Absicherung der Transfermitarbeiter bot den ehemaligen Opelanern die Möglichkeit, die lange Transferzeit zu nutzen, um durch Beratung, Coaching und Qualifizierung ihre Kompetenzen zu erweitern und so ihre Chancen auf eine neue nachhaltige berufliche Perspektive zu erhöhen. Jedoch wird das zukünftige Einkommen für den Großteil der jetzigen Transfermitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt unter dem liegen, was sie zur Zeit von der Transfergesellschaft bekommen. Daher zögern viele, sich für einen Austritt aus der Transfergesellschaft zu entscheiden“, erklärt Hermann Oecking, Geschäftsführer von TÜV NORD Transfer.

Mehr als 90 Prozent der Transfermitarbeiter haben an Qualifizierungen teilgenommen. Am Ende der Schulungen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die Veranstaltungen zu bewerten und drückten ihre große Zufriedenheit durchschnittlich mit der Note 1,7 aus.

Das Team von TÜV NORD Transfer hat in den vergangenen 21 Monaten mehr als 3.000 Bewerbungen begleitet und an über 900 Unternehmen weitergegeben, drei große Job-Messen mit 1.221 Teilnehmern und eine Vielzahl von Unternehmenspräsentationen veranstaltet. Im Vergleich zu anderen Transfergesellschaften wurden zudem zwei Job-Speed-Datings angeboten, bei dem sich personalsuchende Unternehmen und Transfermitarbeiter in zehnminütigen Kurzinterviews kennenlernen konnten, um dann bei Interesse weitere Bewerbungsgespräche führen zu können. Im November ist noch eine Job-Messe geplant.

Bis Mitte September sind mehr als 670 Mitarbeiter in neue, dauerhafte Beschäftigung oder in Einarbeitung mit fester Übernahmeabsicht des Arbeitgebers vermittelt worden. Außerdem absolvieren derzeit eine Vielzahl von Mitarbeitern unterschiedliche Praktika oder Qualifizierungen.

„In der derzeit guten Arbeitsmarktsituation wird der Großteil der interessierten Transfermitarbeiter mit ihren neuen Qualifikationen eine Anstellung finden. Auch die Mitarbeiter selbst haben das Gefühl, dass sie gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet worden sind. Viele wollen sich aber erst ab Januar 2017 aktiv bewerben, um die zu erwartenden Einbußen beim Einkommen so weit wie möglich hinauszuzögern“, sagt Hermann Oecking. „Unsere Nachbetreuung läuft noch bis Mitte kommenden Jahres, so dass auch erst im Juli 2017 eine endgültige Bilanz über die Arbeit der Transfergesellschaft gezogen werden kann“, fügt er hinzu.

Über TÜV NORD Transfer

TÜV NORD Transfer unterstützt als Träger von Transfergesellschaften von Arbeitsplatzverlust betroffene Mitarbeiter bei der Entwicklung neuer beruflicher Perspektiven. Ziel ist es, sie zeitnah und nachhaltig von Arbeit in Arbeit zu vermitteln. Das Unternehmen ist nach DIN EN ISO 9001:2008 und AZAV zertifiziert und eine Tochtergesellschaft von TÜV NORD Bildung. 

Irena Tsagurnis

Themen:
TÜV NORD Bildung

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