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Erneut weniger Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln bei der Hauptuntersuchung

Positives Ergebnis bei der Hauptuntersuchung: Erneut ist die Quote der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln in der TÜV NORD-Statistik gesunken.

Hannover.Positives Ergebnis bei der Hauptuntersuchung: Erneut ist die Quote der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln in der TÜV NORD-Statistik gesunken. Und zwar von 22,0 auf 20,7 Prozent aller geprüften Autos. 69 Prozent waren ganz ohne Mängel und bei 10,2 Prozent wurden nur geringe Mängel gefunden, sodass vier Fünftel aller Fahrzeuge bereits beim ersten Anlauf eine Plakette bekamen.

Die Zahlen belegen damit aber auch, dass immer noch mehr als jedes fünfte Auto so schwerwiegende Mängel hat, dass es erst repariert werden muss, ehe die TÜV-Plakette angebracht werden kann.

Aber: Die Zahl der Fahrzeuge ganz ohne Mängel ist auch wieder gestiegen: von 67,9 auf 69,0 Prozent. Die Zahl der verkehrsunsicheren Fahrzeuge, die sofort stillgelegt werden müssen, liegt mit 0,05 Prozent weiterhin auf erfreulich niedrigem Niveau.

Das ist das Ergebnis der statistischen Aufarbeitung aller Hauptuntersuchungen (HU), die an den mehr als 250 TÜV-NORD-Stationen und in über 10.000 TÜV NORD-Partnerwerkstätten von Mitte 2020 bis Mitte 2021 durchgeführt worden sind. Die fünfte Mängelkategorie „gefährliche Mängel“, die im Mai 2018 neu eingeführt wurde, wird den „erheblichen Mängeln“ zugerechnet. Ein „gefährlicher Mangel“ ist dabei ein erheblicher Mangel, der eine direkte und unmittelbare Verkehrsgefährdung darstellt oder die Umwelt erheblich beeinträchtigt; zum Beispiel, wenn an einem Fahrzeug alle Bremslichter ausgefallen sind.

Beleuchtungsanlage wird mitunter stiefmütterlich behandelt

Der positive Trend ist in den Augen der TÜV-Sachverständigen auch Beleg für die Wirksamkeit der unabhängigen und neutralen Hauptuntersuchung, die in der Regel alle zwei Jahre fällig ist und wegen der Fahrzeuge mit Mängeln in die Reparaturbetriebe geschickt werden. Dadurch werden die Autofahrer angehalten, in einen guten technischen Zustand ihres Fahrzeugs zu investieren – zum Nutzen für die Sicherheit auf unseren Straßen.

Hartmut Abeln, TÜV NORD-Geschäftsführer, sagt: „Wir freuen uns über diese Entwicklung der Mängelquoten. Die Hersteller bauen schließlich sichere Autos und legen auch Wert auf die Langzeitqualität. Zudem verstärken die Autohäuser und Werkstätten ihre Anstrengungen in Sachen Qualitätssteigerung. Wer sein Auto regelmäßig zu den empfohlenen Inspektionsterminen in einer guten Fachwerkstatt warten lässt, hat bei der Hauptuntersuchung weniger Mängel an seinem Fahrzeug und mehr Freude an sicherer, individueller Mobilität. Besonders freuen würde es uns aber auch, wenn der kurze Check der Beleuchtungsanlage vor Fahrantritt zur Regel wird.“

Dass die Beleuchtungsanlage nämlich mitunter stiefmütterlich behandelt wird, zeigt auch die Verteilung der Mängelgruppen. Hier liegt „Licht, Elektrik“ in der Statistik wieder weit vorne. Und das, obwohl zumindest die Kontrolle der Beleuchtungsanlage in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen ist. Allerdings ist die Quote der erheblichen Mängel in diesem Bereich erneut gesunken. Daran haben auch die Hersteller mit der Entwicklung von zuverlässiger und langlebiger Technik sicher ihren Anteil.

Die alljährliche Beleuchtungsaktion, die jeweils im Oktober unter anderem vom Kfz-Gewerbe und dem TÜV durchgeführt wird, dient auch dem Ziel, Beleuchtungsmängel an Fahrzeugen gerade vor der dunklen Jahreszeit abzustellen.

Insgesamt ergibt sich in der TÜV-Statistik als Reihenfolge für die am häufigsten auftretenden Mängelgruppen „Licht, Elektrik“, „Achsen, Räder, Reifen“, Umweltbelastung“ und „Bremse“.

Die durchschnittliche Laufleistung ist leicht gesunken

Je älter die Fahrzeuge bei ihrem TÜV-Termin sind, desto höher ist die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen. Die aktuellen TÜV NORD-Zahlen belegen: Bei der ersten HU im Alter von drei Jahren finden sich bei 5,1 Prozent der Autos erhebliche Mängel. Im Alter von fünf Jahren sind es schon 9,0 Prozent und so geht es weiter bis zu den Elfjährigen, von denen 27,1 Prozent zur Reparatur in die Werkstatt müssen.

Die durchschnittliche Laufleistung, die neben dem Alter auch als Grund für den Verschleiß und somit für Mängel anzusehen ist, liegt jetzt bei den Dreijährigen bei 45,179 Kilometern und bei den Elfjährigen bei 130.304 Kilometern auf dem Tacho. Das ist weniger als im Vorjahr (48.487 und 131.696).

Wichtig: Wer noch mit einer gelben Plakette für 2021 unterwegs ist, sollte sich bald einen Termin bei seinem TÜV geben lassen. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel ändert sich die Farbe der ‚fälligen‘ Plaketten von Gelb auf Braun und so ist zum Beispiel für Ordnungshüter schon farblich erkennbar, dass der TÜV-Termin überzogen wurde. Dann ist nach mehr als zwei Monaten ein Verwarnungsgeld fällig und ab dem 8. Monat kommt noch ein Punkt in Flensburg hinzu.

Als das Auto mit den geringsten Mängeln im gesamten TÜV-Report 2022 wird der Mercedes GLC gelistet, der damit auch als SUV-Klassensieger glänzt. Ihm folgt die Mercedes B-Klasse, die somit als Sieger der Vans gekürt wird. Auch in der Kompakt- und der Mittelklasse räumt Mercedes ab. A-Klasse und C-Klasse sind top. Bei den Kleinwagen und den Minis siegen schließlich der Audi A 1 und der Opel Karl.

Auf den unteren Plätzen im Ranking finden sich je nach Alter Dacia Logan und Duster, Renault Kangoo, Fiat Punto und Panda aber als 4-5jährige auch der VW Sharan und der BMW 5er/6er.

Den TÜV-Report, der typspezifische Fahrzeugmängel dezidiert auflistet und damit zu einem wichtigen Ratgeber beim Gebrauchtwagenkauf wird, gibt es an jeder TÜV NORD-Station und im Zeitschriftenhandel. Er kostet 5,40 €.

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