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TÜViT-Experte Henning Kerstan sieht große KI-Chancen für das Ruhrgebiet

Das Know-How stecke nicht im Algorithmus, sondern in der Verfügbarkeit geeigneter Daten, erklärte Kerstan bei "KI I 120h" auf dem Digital Campus Zollverein.

Essen. Seit gut sechs Wochen läuft die KI-Biennale in Essen – IT-Security-Experte Henning Kerstan von TÜViT sieht gerade auch im Ruhrgebiet große Potenziale für die Zukunft der Künstlichen Intelligenz. Das Know-How stecke beim Thema KI nicht im Algorithmus, sondern in der Verfügbarkeit geeigneter Daten, erklärte Kerstan bei der Veranstaltung KI I 120h auf dem Digital Campus Zollverein.

„Diese Daten wiederum gibt es in den Unternehmen, und am Standort Essen gibt es viele Industrieunternehmen, die sehr große Menge Daten generieren können oder bereits generieren. Selbst wenn große Technologie-Player hohe KI-Fertigkeiten haben, so sind sie immer noch auf diese Daten angewiesen“, sagte der TÜViT-Experte. Er regte an, im Ruhrgebiet auch über die KI-Biennale hinaus an einem intensiven Austausch über die Möglichkeiten der KI festzuhalten.

Kerstan zufolge sind Organisationen und Unternehmen teilweise schon recht weit, KI-Anwendungen zu entwickeln um Prozesse zu vereinfachen oder weniger fehleranfällig zu gestalten. Dabei bleibe es aber wichtig, die KI-Anwendungen unabhängig durch Dritte prüfen zu lassen. „Durch die interne Expertise einer Organisation kann häufig sehr gut sichergestellt werden, dass die KI den eigentlichen Zweck erfüllt und zunächst valide Ergebnisse liefert. Wir stellen aber immer wieder fest, dass erst in unserer unabhängigen Drittprüfung auffällt, dass in der KI Fehler enthalten sind, die außerhalb der Expertise des Herstellers liegen oder die schlicht nicht bedacht wurden.“

Ein „Made in Germany“-Qualitätssiegel für Künstliche Intelligenz ist möglich

Kerstan nennt als Beispiel bildgebende Verfahren zur Tumorerkennung, die mithilfe von KI ausgewertet werden können. Hier könne es zum Beispiel passieren, dass die KI immer mit einer bestimmten Kamera trainiert wird, die spezifische Bildqualitäten aufweist, zum Beispiel Rauschmuster, die für Menschen nicht erkennbar sind. Werden nun Bilder einer anderen Kamera ausgewertet, könnte die KI aufgrund eines anderen Rauschmusters plötzlich fehlerhafte Ergebnisse liefern. Die Folge: ein offensichtliches Tumorgewebe könnte nicht erkannt werden.

Um diese Prüfungen von Künstlicher Intelligenz immer weiter zu verbessern, entwickelt TÜViT in Essen eigene Prüfwerkzeuge. Kerstan hält es für möglich, dass mithilfe der Prüfungen ein „Made in Germany“-Qualitätssiegel für Künstliche Intelligenz entstehen könnte.

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Annika Burchard

Themen:
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