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Dirk Stenkamp ist neuer Vorsitzender des Präsidiums des TÜV-Verbands ​

Die Mitgliederversammlung hat den Vorstandsvorsitzenden der TÜV NORD AG an die Spitze des Verbands gewählt.

Dr. Dirk Stenkamp, CEO TÜV NORD
11.06.2026

Die Mitgliederversammlung des TÜV-Verbands e. V. hat TÜV NORD CEO Dr. Dirk Stenkamp zum neuen Vorsitzenden des Präsidiums gewählt. Er übernimmt die Präsidentschaft von Dr. Michael Fübi, Vorstandsvorsitzender der TÜV Rheinland AG.

In einer Zeit tiefgreifender technologischer, geopolitischer und wirtschaftlicher Veränderungen ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas eine zentrale Aufgabe, sagte Stenkamp nach seiner Wahl in Berlin: „Unternehmen und Kritische Infrastrukturen müssen widerstandsfähiger gegenüber geopolitischen Krisen, Cyberbedrohungen und technologischen Abhängigkeiten werden. Sicherheit und Qualität entwickeln sich immer mehr zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren für den Wirtschaftsstandort Europa. Die TÜV-Organisationen tragen mit unabhängigen Prüfungen, technischer Expertise und ihrer Erfahrung in sicherheitskritischen Bereichen dazu bei, Vertrauen zu schaffen, Innovationen zu ermöglichen sowie die Resilienz der Wirtschaft und die Verteidigungsfähigkeit des Staates zu stärken.“ 

Ein Schwerpunkt seiner Präsidentschaft werde die Stärkung der Resilienz Kritischer Infrastrukturen und sicherheitsrelevanter Anlagen sein. "Angesichts zunehmender internationaler Unsicherheiten gewinnt die Sicherheit von Energieversorgung, Verkehrsnetzen, Industrieanlagen, digitalen Infrastrukturen und sicherheitskritischen Lieferketten weiter an Bedeutung. Der großflächige Stromausfall in Berlin zum Jahreswechsel 2026 hat gezeigt, wie anfällig zentrale Versorgungs- und Produktionsstrukturen zum Beispiel für Angriffe und Sabotage sind“, so Stenkamp. „Wer die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts sichern will, muss die Sicherheit seiner Energieversorgung und seiner Industrieanlagen stärken. Resilienz ist kein Selbstzweck, sondern eine Voraussetzung für wirtschaftliche Stabilität, Versorgungssicherheit und die Handlungsfähigkeit von Wirtschaft und Staat.“

Technische Sicherheit werde damit zunehmend verteidigungsrelevant. Geprüfte Notstromsysteme, funktionsfähige Industrieanlagen und sichere digitale Systeme seien nicht nur Fragen des regelkonformen Betriebs, sondern operative Faktoren der Durchhaltefähigkeit im Krisen- und Verteidigungsfall. „Resilienz entsteht nicht erst im Ernstfall“, so Stenkamp. „Sie entsteht durch verlässliche Standards, vorausschauende Prüfung und transparente Kenntnisse über den Zustand sicherheitskritischer Anlagen. Genau hier liegt eine besondere Stärke der TÜV-Organisationen.“

Vor diesem Hintergrund sieht Stenkamp auch eine Chance, Staat und Bundeswehr gezielt zu entlasten. Unabhängige Prüforganisationen könnten standardisierte Prüfaufgaben zuverlässig und nach einheitlichen Qualitätsmaßstäben übernehmen. „Wir brauchen Beschleunigung ohne Sicherheitsverlust“, sagte Stenkamp. „Unabhängige Prüfungen können helfen, technische Risiken frühzeitig zu erkennen und Verfahren effizienter und schneller zu machen. So können sich staatliche Stellen stärker auf ihre hoheitlichen Kernaufgaben konzentrieren.“

Zugleich wird Stenkamp den Fokus auf eine Regulierung legen, die Sicherheit gewährleistet, ohne Unternehmen durch unnötige Bürokratie zu belasten. Mit den neuen europäischen Regelwerken sind die politischen Weichen gestellt. Nun komme es darauf an, die Anforderungen effizient umzusetzen und bürokratische Hürden abzubauen. Stenkamp: „Nicht die Regulierung ist das Problem, sondern ihre Umsetzung. Europa muss stärker darauf achten, dass neue Vorgaben praktikabel, wirksam und innovationsfreundlich ausgestaltet werden, ohne dabei die hohen Standards für Sicherheit und Qualität aus dem Blick zu verlieren. Unternehmen brauchen Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen, um investieren und Innovationen vorantreiben zu können.“

Mit Blick auf die Digitalisierung sieht Stenkamp die kommenden Jahre vor allem als Phase der Umsetzung. Beim AI Act, dem Cyber Resilience Act und weiteren europäischen Vorgaben komme es nun darauf an, die Anforderungen in der Praxis umzusetzen und Vertrauen in digitale Technologien zu stärken. „Gerade bei Künstlicher Intelligenz entscheidet sich der Erfolg nicht allein an der Entwicklung neuer Anwendungen, sondern auch daran, ob ihre Sicherheit, Transparenz und Verlässlichkeit nachvollziehbar nachgewiesen werden können“, sagte Stenkamp. „Die TÜV-Organisationen begleiten die praktische Umsetzung dieser Anforderungen mit ihrer Prüf- und Zertifizierungsexpertise.“

 

 

 

 

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Dr. Dirk Stenkamp, orsitzender des Vorstands der TÜV NORD AG und Vorsitzender des Präsidiums des TÜV-Verbands
Dr. Dirk Stenkamp, Vorsitzender des Vorstands der TÜV NORD AG und Vorsitzender des Präsidiums des TÜV-Verbands

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