Neues Zertifizierungsprogramm schafft Orientierung für Hersteller und stärkt Vertrauen in Künstliche Intelligenz.

Künstliche Intelligenz kommt heute in zahlreichen Bereichen zum Einsatz, von der industriellen Produktion über die Energieversorgung bis hin zu Mobilität und Logistik. Mit der wachsenden Bedeutung von KI steigen auch die Anforderungen an deren Qualität und Sicherheit. TÜV NORD entwickelt gemeinsam mit Pilotpartnern, dem TÜV AI.Lab sowie dem TÜV-Verband ein freiwilliges Zertifizierungsprogramm für KI-Systeme. Dieses soll ab Ende 2026 für Unternehmen verfügbar sein.
Mit der Zertifizierung erhalten Hersteller die Möglichkeit, die Qualität, Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit ihrer KI-Systeme durch eine unabhängige Prüfung nachzuweisen. Das schafft Transparenz gegenüber Kunden und Geschäftspartnern und unterstützt Unternehmen dabei, sich frühzeitig auf regulatorische Anforderungen vorzubereiten. „Der EU AI Act schafft wichtige Rahmenbedingungen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Viele Unternehmen möchten jedoch schon heute nachweisen, dass ihre KI-Systeme hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen entsprechen. Hier möchten wir unterstützen“, sagt Thora Markert, Global Product Managerin AI bei TÜV NORD.
Einheitlicher Qualitätsmaßstab für KI-Systeme
Das Zertifizierungsprogramm wurde gemeinsam von den TÜV-Organisationen entwickelt. Dabei flossen Erfahrungen aus Prüfung, Zertifizierung und der praktischen Anwendung von KI-Systemen ebenso ein wie die fachlichen Grundlagen des TÜV AI.Lab. Grundlage des Programms sind die Anforderungen der europäischen KI-Verordnung (EU AI Act), ergänzt um risikobasierte Prüfaspekte.
Das Zertifizierungsangebot ist vollständig mit den Anforderungen des AI Acts kompatibel. Es ersetzt jedoch keine gesetzlich vorgeschriebene Konformitätsbewertung, sondern bietet Unternehmen eine zusätzliche Möglichkeit, die Vertrauenswürdigkeit ihrer KI-Systeme transparent nachzuweisen. Aktuell wird das Zertifizierungsprogramm gemeinsam mit den Pilotpartnern unter realen Einsatzbedingungen erprobt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung der Prüfanforderungen und Verfahren ein.
Drei KI-Systeme für unterschiedliche Anforderungen
Das Rahmenprogramm umfasst drei KI-Zertifizierungen, die sich hinsichtlich Umfang, Tiefe und Methodik der Prüfung unterscheiden. Dadurch können Hersteller die Zertifizierung wählen, die zu ihrem jeweiligen Anwendungsfall und Risikoprofil passt.
Die erste KI-Zertifizierung richtet sich an KI-Systeme außerhalb des Hochrisiko-Bereichs und prüft grundlegende Anforderungen an das jeweilige System. Die zweite KI-Zertifizierung ist für alle KI-Systeme offen. Sie umfasst eine strukturierte Risikobewertung sowie die Prüfung der Umsetzung relevanter Anforderungen anhand von Dokumentationen und Audits beim Hersteller. Bei der dritten KI-Zertifizierung werden ausgewählte Eigenschaften zusätzlich durch unabhängige technische Tests überprüft, um Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Systems umfassend zu bewerten. „Nicht jedes KI-System erfordert den gleichen Prüfungsumfang. Die drei KI-Zertifizierungen ermöglichen eine risikoadäquate Bewertung und schaffen gleichzeitig Transparenz über die Qualität und Vertrauenswürdigkeit der jeweiligen Anwendung“, so Thora Markert.
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