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  4. Experten schützen weltweit Wasseressourcen

Wasser ist ein kost­bares Gut – gerade in Zeiten des Klima­wandels. Die Expertinnen und Experten der TÜV NORD GROUP unter­stützen Regierungen, Behörden und Industrie auf der ganzen Welt, die Wasser­ver­sorgung von morgen zu sichern.

 

 

Auf die Frage, warum sich DMT, ein Unternehmen mit langer Tradition in der Bergbaubranche, weltweit mit Wassermanagement beschäftigt, muss Dr. Bernhard Teigler schmunzeln. „Im Bergbau spielte der Umgang mit Wasser schon immer eine zentrale Rolle. Man hat entweder zu viel davon oder viel zu wenig.“ Die Expertinnen und Experten von DMT sind weltweit tätig. In den Märkten Bau & Infrastruktur, Anlagenbau & Verfahrenstechnik und im Rohstoffbereich bieten sie Beratung und Engineering-Dienstleistungen an.

Effiziente Wasserversorgung

In Südafrika unterstützen Dr. Bernhard Teigler und sein Expertenteam der lokalen DMT-Gesellschaft Kai Batla das Department for Water and Sanitation (DWS) bei der Steuerung des Wasserverbrauchs in Bergbau, Landwirtschaft und Industrie. Auch in der Ukraine und Russland berät DMT im ressourcenschonenden Umgang mit Wasser. Der 59-jährige Geologe bringt die Fragen, die für ein effizientes Management der Wasserversorgung geklärt sein müssen, auf eine einfache Formel: „Was kommt runter, was wird gespeichert und was wird genutzt?“

„Wir müssen Wasserreserven für morgen schützen – gerade in Zeiten des Klimawandels. Wassermanagement leistet dazu einen wichtigen Beitrag.“

Dr. Bernhard Teigler, Geologe

 

Dr. Teigler kennt sich aus in Afrika. Jahrelang lebte er in Südafrika und in Namibia, nun pendelt er regelmäßig zwischen Essen und dem Kap der Guten Hoffnung. Sein Auftrag ist eine wissenschaftlich fundierte Bestandsaufnahme der industriellen und landwirtschaftlichen Wasserverwendung in insgesamt drei von neun „Water Management Areas“. Auf Grundlage dieser Ergebnisse werden die Lizenzen neu vergeben, die man nach dem „National Water Act“ benötigt, um Grundoder Oberflächenwasser zu nutzen.

Wasserknappheit ist in Südafrika ein sehr ernstes Problem. Seit den Wintermonaten des Jahres 2017 leidet Kapstadt unter der schlimmsten Dürrekatastrophe der vergangenen 110 Jahre. Ursache sind der Klimawandel und Wetterphänomene wie El Niño, aber auch ein steigender Wasserbedarf durch wachsende Industrialisierung und eine Veränderung der Lebensstile. „Das Haushalten mit den Wasserressourcen und die Verteilung werden immer wichtiger“, erläutert Dr. Teigler die Herausforderungen.

Masterplan für Wasserversorgung

Südafrikanische Regierungsexperten prognostizieren allein für das Jahr 2030 eine landesweite Versorgungslücke zwischen 2,7 und 3,8 Milliarden Kubikmetern Wasser, was etwa 17 Prozent des Gesamtbedarfs entspricht. Südafrika hat deswegen einen Masterplan aufgelegt, um in den kommenden Jahrzehnten das Problem in den Griff zu bekommen. Dafür ist das Engagement Dr. Teiglers und seines Teams eine wichtige Voraussetzung: „Unser Projekt bildet die Grundlage für die Verwaltung und Nutzung von Wasser in Südafrika“, erklärt der Geologe.

Etwa neun von zehn der südafrikanischen Haushalte sind an das Versorgungsnetz angeschlossen. Allerdings ist die Infrastruktur marode: 37 Prozent des Wassers versickert unterwegs. Dazu kommt ein weiteres Problem, denn in den rund 30 Talsperren und hunderten von Staubecken sammeln sich kaum noch ausreichende Vorräte an. „Es ist eigentlich genug Speichervolumen vorhanden, wenn dieses regelmäßig aufgefüllt wird. Das hat jedoch seit Jahren nicht mehr stattgefunden“, erläutert Dr. Teigler.

Die letzten Messungen stammen teilweise noch aus Zeiten, als durch die Apartheid völlig andere Voraussetzungen galten. Mittlerweile haben sich die Eigentumsverhältnisse an Grund und Boden verändert, vielfach sind Grundstücksgrenzen nicht geklärt. Durch den Strukturwandel nimmt einerseits die Bedeutung von Selbstversorgern zu, andererseits produzieren Großbetriebe wichtige landwirtschaftliche Exportgüter. Die Landwirtschaft Südafrikas benötigt fast zwei Drittel des zur Verfügung stehenden Wassers, das auf alle Betriebe verteilt werden muss.

Zur Erfassung der Wasserdaten setzt DMT auf modernste Methoden, die auf einer wissenschaftlichen Auswertung bereits vorhandener Satellitenoder Topografiedaten beruhen und in digitale Prognosemodelle einfließen. „Wir konnten unsere Auftraggeber davon überzeugen, dass man für dieses Projekt nicht unbedingt im Feld sein muss“, so Dr. Teigler. Nach der Beendigung der ersten Phase stehen nun Präsentationen der erhobenen Daten auf Stakeholdertreffen mit allen Beteiligten bevor.

Das Thema Wasserversorgung wird Südafrika noch jahrzehntelang beschäftigen. Neben dem Aufbau eines funktionierenden Informationssystems als Grundlage des Wassermanagements sind gewaltige Investitionen in eine Modernisierung der Infrastruktur notwendig, besonders um die hohen Wasserverluste zu vermeiden. Zur Umsetzung ihres Masterplans will die südafrikanische Regierung bewusst weiter auf Kooperationen zwischen öffentlichen und privaten Partnern setzen, wie bei der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der Regierung und DMT. Damit sichern die Experten der TÜV NORD GROUP heute die Wasserversorgung von morgen.

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